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Was wir mit unserer Arbeit bisher erreicht haben...

Seit 2009 bereitgestellte Spenden- und Patenschaftsgelder* (Stand 20.12.2017):

Shelter108-Patenschaften (alle Patenschaften inkl. Russland) 1.440.372,– Euro
Dolpo-Hostel in Kathmandu, Nepal 244.330,– Euro
Ausbau von drei Schulen in Ladakh 120.000,– Euro
Weiterführende Ausbildung für Tibeter im Exil 78.405,– Euro
Bau von zwei Kinderhäusern im TCV Kinderdorf von Dharamsala 60.000,– Euro
Dr. Seredas Heim in St. Petersburg, Russland 33.340,– Euro
Erlebnisreisen für tibetische Flüchtlingskinder 27.400,– Euro
Wiederaufbau Home No. 8, 16 und 29 45.000,– Euro
Ausbau der Krankenstation des TCV Kinderdorfes in Dharamsala 13.000,– Euro
Instandsetzung Schulbus Kinderdorf Ladakh 11.976,– Euro
Ausbildungsfonds Dolpo-Hostel Kathmandu 11.282,– Euro
Lehrergehälter für die Shri Shelri Drukdra School, Nepal 8.000,– Euro
Transport 30 Solarkocher für das Dolpo 4.200,– Euro
Tibetan College Students Conference 2012 und 2014 3.680,– Euro
Hilfe für die Opfer des Erdrutsches in Ladakh 3.000,– Euro
Ausbau des TCV College in Bangalore, Südindien 1.000,– Euro
Gesamtsumme 2.104.985,– Euro

* Darin enthalten sind u.a. großzügige Spenden von: Bild e.V., Beate-Aglaja-Busch-Stiftung, Wilhelm-Weidemann-Jugendstiftung Berlin, HIT-Stiftung, Bosseler-Abeking-Stiftung München.

2017: Ein neuer Schulbus für das Kinderdorf in Ladakh...

Wer ländlich und abgeschieden lebt, weiß, dass Schulbusse unentbehrlich für den Schulalltag unserer Kinder sind. Nicht anders ist es in Ladakh - einer der faszinierendsten Hochgebirgslandschaften unseres Planeten im äußersten Norden Indiens direkt an der Grenze zu Tibet gelegen.

Rund 4.000 Exil-Tibeterinnen und Exil-Tibeter leben hier auf mehrere Siedlungen verteilt, rund 2.500 durchstreifen als Nomaden oder Halbnomaden die Changtang-Hochebene oder arbeiten als Tagelöhner im Straßenbau.

Mehr als fünfzig Jahre nach Beginn der ersten Fluchtbewegungen über den Himalaya ist das Leben für die nachwachsenden Generationen in diesen entlegenen Regionen auf Grund der Kargheit der Landschaft immer noch eine fast nicht zu bewältigende Herausforderung. Ohne die Hilfe durch die Tibetan Children's Villages (TCV) und die Rückfinanzierung der Ausbildungs- und Unterbringungskosten durch Patenschaften hätten die tibetischen Nomadenkinder keine Chance auf eine solide Schulbildung.

Seit 2008 Jahren arbeiten wir eng mit dem Kinderdorf von Choglamsar und drei weiteren kleineren Kinderdörfern - wie dem TCV Sumdho - zusammen und konnten dank großzügiger Spenden bereits 123.000,- Euro in Baumaßnahmen wie Lehrerunterkünfte, Solaranlagen, Umzäunungen, ein LKW zum Transport in die Nomadengebiete umsetzen (s. 2009: Schulprojekt Ladakh). 211 Kinder und Jugendliche unseres Patenschaftsprogramms leben in dieser Region.

Im Spätsommer 2017 kam aus dem TCV Ladakh ein „Notruf“: Der ‚Leyland’, der nun 14 Jahre über die schwierigen Straßen und Pisten gefahren ist, muss dringend repariert und rundum erneuert werden: Es braucht eine neue Batterie, neue Reifen, neue Fenster, neue Sitze, und auch am Unterboden muss gearbeitet werden ...

‚Ein tolles Projekt’, dachten wir und haben es am 22. September 2017 in einem Spendenbrief vorgestellt und innerhalb kurzer Zeit 11.500,- EUR an Spenden zusammen bekommen. Davon wurden 6.100,- EUR für die Instandsetzung des Schulbusses ausgegeben und für weitere 2.800,- EUR wurden große Metallkisten zur Aufbewahrung von Lebensmitteln angeschafft. Die restlichen 2.600,- EUR sind für das TCV Ladakh abrufbereit für zukünftige Reparaturen am Schulbus...

2015: Erdbeben in Nepal - Zelte zum Schutz gegen den Monsunregen und Wiederaufbau erdbebensicherer Häuser (in Kooperation mit „Live To Love Germany“)

Am 25. April 2015 bebte die Erde in Nepal. Rund 9000 Menschen starben. Die Vereinten Nationen gingen davon aus, dass über acht Millionen Menschen von dem Erdbeben betroffen waren. Fast 4 Milliarden Euro stellte die Internationale Gemeinschaft für den Wiederaufbau in Nepal bereit. Doch das Geld war aufgrund des desaströsen Versagens der nepalesischen Regierung auch nach Monaten nicht bei den Menschen angekommen. Und so litten vor allem in den Bergdörfern die Menschen existentiell an den Folgen des Bebens.

Gerade weil unser Dolpo-Hostel in Kathmandu auf so wunderbare Weise von dem schweren Beben verschont blieb, wollten wir nicht am Leid anderer Menschen in Nepal vorbeischauen. Deshalb entschlossen wir uns, die Wiederaufbau-Aktion des weltweiten Netzwerkes Live To Love zu unterstützen, dessen Gründer Maria Blumencron vor einem Jahr kennen lernen durfte.

Seine Heiligkeit der Gyalwang Drugpa ist das Oberhaupt der 1.000 Jahre alten tibetisch-buddhistischen Drugpa-Tradition. Neben seinem humanitären Engagement, für welches er mit dem „Millenium Development Goals Award“ der Vereinten Nationen ausgezeichnet wurde, spricht sich der Gyalwang Drugpa weltweit für die Gleichstellung der Frau aus - vor allem auch in religiösen Einrichtungen. Längst sind die Nonnen der Drugpa-Orden in Tibet, Nepal und Indien aus dem Schatten der Männer herausgetreten. Da sie jeden Morgen ihren Tag mit Kung-Fu-Übungen beginnen, werden sie liebevoll auch die „Kung-Fu“-Nonnen genannt.

Was für ein Segen, dass diese Frauen nicht nur spirituell, sondern auch intellektuell und körperlich gut ausgebildet sind! So konnte das Klosterareal eines nordwestlich von Kathmandu gelegenen Drugpa- Klosters zum Basislager einer beispielhaften Hilfsaktion werden...

Obwohl auch die Nonnen aufgrund der unsicheren Statik der Gebäude außerhalb des Klosters campieren mussten, leisteten sie seit Beginn des Erdbebens unermüdlich humanitäre Hilfe in den umliegenden Dörfern. Nebst der Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten, wurde damals auch mit dem Bau erdbebensicherer Häuser für Familien sowie Dorfgemeinschaftshäuser begonnen. Seit Wochen lebten die Nonnen, die eine außerordentliche Hilfe leisteten, bereits in Zelten, die als dauerhafte Unterkunft nicht geeignet waren. Der bereits einsetzende Monsun mit seinen klimatischen Herausforderungen erhöhte damals deutlich das Risiko von Krankheiten und womöglich gar Epidemien. Deshalb wurden nebst den Geldern für die Aufbauarbeiten auch Spendengelder für stabile Zelte benötigt.

Dank der Hilfe vieler großzügiger Spenderinnen und Spender konnten wir damals die Aufbauarbeiten mit 22.250,- EUR unterstützen!

2013: Die abenteuerliche Reise der Solarkocher in das Upper Dolpo!

Solarkocher wirken doppelt nachhaltig: Man kann mit ihnen kochen und Naturschutz betreiben! Zum Kochen brauchen sie nichts als Sonnenlicht – und davon gibt es im nepalesischen Dolpo auf über 4000 m reichlich! Durch die große Höhe ist die Sonnenstrahlung sehr intensiv und das Wetter fast immer schön. Mit den gebündelten Sonnenstrahlen kann man nicht nur Wasser kochen, sondern auch Fleisch, Gemüse und Reis lassen sich mühelos zubereiten.

Im Vergleich zum „normalen“ Kochen mit Yakdung und Brennholz macht der Solarkocher fast keine Arbeit: Der Parabolspiegel muss ab und zu gereinigt werden und alle 15 bis 20 Minuten ist es nötig, den Kocher etwas zu drehen, um ihn neu auf die Sonne auszurichten. Brennholz und Yakdung zu sammeln ist dagegen in der dünnen Luft des Hochgebirges Schwerstarbeit und die Dorfbewohner müssen schwer beladen lange Strecken im unwegsamen Gelände zurücklegen. Auch Yakdung ist ein sehr nachhaltiges Brennmaterial – keine Frage! Doch Buschwerk gibt es kaum auf über 4000 m und das Wenige, was dort wächst, ist sehr bedeutsam zur Aufrechterhaltung des sensiblen Hochgebirgs-Ökosystems. Jeder Busch, der für Feuerholz gerodet und jede Wurzel, die ausgegraben wird, zerstören unwiederbringlich einen Teil dieser kostbaren Natur: im Hochgebirge können Pflanzen wegen des rauen Klimas nur ganz langsam wachsen und falls sie sich überhaupt regenerieren, kann es mehrere Menschenleben dauern!

„Wir haben die 30 Solar-Kocher Ende September auf den Weg geschickt“, schrieb uns Karma Samdup, der Leiter unseres Dolpo-Hostels in Kathmandu am 11. Oktober 2012: „Ich habe den Leuten für den Transport 565.000,- Nepalesische Rupien (EUR 4178.-) gegeben, inklusive Packmaterial für die Kocher. Zwei Mitarbeiter von Solar Power Nepal e.V. sind auch vor ein paar Tagen ins Dolpo gegangen, um die Kocher aufzubauen. Sie werden dafür mindestens 20 Tage brauchen.“

Die Solar-Kocher selbst wurden von der Organisation Solar Power Nepal e.V. gestellt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die ländlichen Regionen dieses Himalaya-Staates mit Solarkochern zu versorgen. Unser „Job“ bei diesem besonderen Projekt war es, den Transport zu organisieren und zu finanzieren. Die umgerechnet 4.200 EUR für den Transport haben wir über zweckgebundene Spenden abdecken können.

Eine weitere E-Mail vom Hostel-Leiter Karma Samdup vom 18. Oktober 2012 zeigt, wie unberechenbar das Hochgebirge sein kann: “Ich habe einen Anruf vom Organisator Pratap Rokaya aus Hurukot im unteren Dolpo erhalten. Er kommt nicht weiter, da der Kagmala- und Bagala-Pass zugeschneit sind! Er sagte, es sei viel zu riskant, weiterzugehen. Zusätzlich sei einer der Techniker von Solar Power Nepal höhenkrank geworden und musste am Phuksumdo-See umdrehen. Pratap meint, dass die Pässe vielleicht noch einmal begehbar werden. Aber es könnte auch sein, dass wir auf das Frühjahr 2014 warten müssen, bis wir die Kocher mit Maultieren nach Saldang bringen können.“

Und tatsächlich konnten die Kocher letzten Endes erst im Frühjahr 2014 hoch ins Dolpo gebracht werden, wo sie bis heute jeden Tag zuverlässig ihren Dienst leisten...

2012: Solarkocher für das Dolpo!

...das Ding sieht aus wie eine Satellitenschüssel aus glänzendem Metall. Aber statt Kabelanschluss steht ein schwarzer Druckkochtopf in der Mitte, der dampft und zischt...

Ajita, die nepalesische Köchin, schiebt ihre Brille auf die Nasenspitze, weil sie vom Dampf ganz beschlagen ist. „Kocht ihr jeden Tag mit dem Ding?“ fragen wir. „Ja, natürlich,“ sagt sie geschäftig, „immer, wenn die Sonne da ist.“ Und die Sonne ist meistens da, in Kathmandu!

Zu acht sind wir auf das Dach der Werkstatt gekommen: Karma Samdup, der Leiter unseres Dolpo-Hostels, Tashi Dhondup, Lehrer aus dem Dolpo-Dorf Saldang, Tashi Wangdue, Lehrer aus dem benachbarten Namdo, fünf Schüler unseres Hostels und Michael Landwehr, der Patenschaftsbetreuer von Shelter108 e.V.

In Tashi Dhondups Augen hat es geblitzt! Scharfsinnig und technisch äußerst versiert wie er ist, hat er die Bedeutung der Kocher für das Dolpo sofort erfasst: „Wenn mit Solarkochern gekocht wird, können wir das mühsam in den Bergen gesammelte Feuerholz für das Heizen im Winter und die bewölkte Monsunzeit aufbewahren! Das spart enorme Mengen an Arbeitskraft und schont gleichzeitig die Umwelt!

Mit Fachkompetenz und ansteckender Begeisterung führt uns Santosh, der nepalesische Werkstattleiter, durch sein Reich und erklärt Schritt für Schritt die Fertigung der äußerst soliden Kocher, die für den Betrieb über viele Jahre und unter extremen Bedingungen ausgelegt sind.

Die Werkstatt wurde gegründet auf Initiative des deutschen Vereins EG-SOLAR e.V., der Entwicklungshilfegruppe Solarkocher der Staatlichen Berufsschule Altötting. Ziel der Gruppe ist es, die Solarkocher weltweit bekannt zu machen und bedürftige Menschen in entlegenen Regionen mit dieser innovativen Technik zu versorgen. Der Verein betreibt Werkstätten in 29 Ländern rund um die Welt, darunter auch Nepal und Indien. Unser Engagement in Sachen Solarkocher hatte im Januar 2012 begonnen mit einer E-Mail von unserer Freundin Adelheid Dönges von den Freunden Nepals e. V.: „Ich habe da eine Mail bekommen aus Bonn. Da will jemand einen Solarkocher für das Dolpo spenden!“ Aus einem Solarkocher wurden zwei und schließlich kam noch einige weiterer hinzu. Die Lehrer werden sie mit ins Dolpo nehmen, wenn sie im April zurück nach Saldang in den Himalaya gehen und die Schule aus ihrem Winterschlaf erwecken. „Im Sommer bekommt ihr einen Testbericht!“ scherzte Tashi Dhondup beim Abschied vor der Werkstatt – denn es war zu diesem Zeipunkt schon klar, dass die Kocher eine sehr große Hilfe für das Dolpo sein würden...

2011: Eine neue Küche für das kleine Krankenhaus im Upper TCV in Dharamsala

Im Herbst 2011 konnte in Zusammenarbeit mit der Bosseler Abeking Kinderstiftung München ein kleineres, aber sehr wichtiges Projekt realisiert werden. Das Krankenhaus des Kinderdorfes in Dharamsala erhielt ein neues Küchengebäude samt Ausstattung, da die alte Küche durch die Feuchtigkeit zahlreicher Monsunzeiten in einem desolaten Zustand war. Aus hygienischen Gründen war die räumliche Trennung von Küche und Hauptgebäude ebenfalls dringend erforderlich – die alte Küche lag in unmittelbarer Nähe zur Isolierstation für die Tuberkulose-Patienten. Zusätzlich wurden auch die Toiletten im Hauptgebäude komplett renoviert und ebenfalls unter hygienischen Gesichtspunkten modernisiert und das Dach des Krankenhauses wurde ebenfalls ausgebessert. Die Gesamtkosten für das Projekt lagen bei 13.000 EUR.

2009: Schulprojekt Ladakh

Ladakh und die Changthang-Ebene

Ladakh ist die abgelegenste und am dünnsten besiedelte Region Indiens – eine Hochgebirgswüste, eingebettet zwischen dem Karakorum-Gebirge und dem Himalaya. Oft als ‘Klein-Tibet’ beschrieben, ist Ladakh - das ‘Land der hohen Bergpässe’ tibetischer als Tibet selbst.

Die Kultur der Ladakhies ist sehr ähnlich jener der Tibeter. Auch sie verehren den Dalai Lama als ihr religiöses Oberhaupt und in den uralten Klosteranlagen wird hier der tibetische Buddhismus in Freiheit und ohne Repressalien praktiziert.

Die Changthang-Ebene liegt im Osten Ladakhs. Ihre östliche Grenze bildet gleichzeitig die Grenze zu Tibet (China), im Süden liegt die Region Lahaul und Spiti und im Westen bildet die Straße von Manali nach Leh die Grenze. Der obere Indus fließt durch diese Region, in der sich die Berge bis auf über 6500 m erheben - und der riesige Tso Moriri, der Moriri See, ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Projektinformationen

Der starke Zustrom tibetischer Flüchtlinge nach Ladakh erforderte bereits in den 1970er Jahren spezielle Häuser für tibetische Waisen, Halbwaisen, die von ihren Eltern fort geschickt wurden, und für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche, die mit ihren Familien über den Himalaya aus Tibet geflüchtet waren. 1975 erfolgte der erst Spatenstich für das heutige TCV-Kinderdorf Choglamsar in der Nähe von Leh, der Haupstadt Ladakhs in 3500 m Höhe, das zur Zeit 1921 Kinder beherbergt.

In der durchschnittlich 5000 m hoch gelegenen Changtang-Ebene gibt es noch drei weitere Auffang-Lager: Hanley, Nyoma und Sumdho. Hier leben tibetische Flüchtlinge, die direkt nach Indien gekommen und in Ladakh hängen geblieben sind. In diesem Niemandsland zwischen Indien und Tibet, wo die Berge so karg sind wie eine Mondlandschaft und der Winter fast sechs Monate dauert, brauchen die Menschen – und vor allem die Kinder – substantielle Hilfe.

Beispielsweise in Sumdho: Hier leben etwa 70 tibetische Kinder zwischen sechs und zehn Jahren in einem Schulinternat, das sehr isoliert von zivilisatorischen Einflüssen ist. Es gibt weder Strom, noch Heizung, noch Sanitäranlagen. Von den Wänden bröckelt der Putz. Auch im Sommer wird es hier in einer Höhe von 4500 m nachts empfindlich kalt. Doch die Kinder besitzen nur dünne Decken um sich im Schlaf warm zu halten. Wenn im Winter die Temperaturen tagsüber auf -20° Grad sinken, sitzen sie in den Klassenräumen auf dem Boden, weil es keine Bänke gibt. Bei extremer Kälte fällt die Schule aus, da es in den ungeheizten Klassenzimmern und Schlafräumen einfach zu kalt ist.

Die Zustände in Sumdho sind aber immer noch besser als in Nyoma und Hanley, da diese beiden Settlements offiziell nicht von Touristen besucht werden dürfen – sie liegen dicht an der Grenze zu Tibet. In Noyma sind in der Regel ebenfalls 70 Kinder untergebracht, in der Schule von Hanley ca. 300.

Mitte 2009 wurde deshalb zunächst mit den Umbau- und Erneuerungsarbeiten in Nyoma und Hanley begonnen und auch hier wiederum mit dem Notwendigsten: Decken, Tische, Stühle, pädagogisches Material für die Schule. In einem zweiten Schritt wurden ebenfalls 2009 alle Baumaterialien in diese Settlements geschafft – das musste passieren, bevor im Oktober der Winter zurückkehrte. 2010 wurden dann die geplanten Bau- und Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt, z.B. der Aufbau einer Solaranlage in Nyoma und der Ausbau der Schulfarm in Hanley sowie der Neubau von Quartieren für die Hausmütter, welche die Kinder betreuen. Im Rahmen des Projektes wurden außerdem neue sanitäre Anlagen errichtet. Ein Farmgelände wurde kultiviert und Geräte für die Feldarbeit, Saatgut, ein Traktor und ein Lastwagen angeschafft. In einem der beiden kleineren Kinderdörfer wurde eine solarbetriebene Grundwasserpumpe installiert. Ende 2010 waren dann alle Maßnahmen abgeschlossen.

2009: Bau von zwei Kinderhäusern im Kinderdorf von Dharamsala, Nordindien

Der Aufbau der Tibetan Children’s Villages (TCV), die derzeit rund 16.000 Kindern und Jugendlichen eine soziale Umgebung und eine Ausbildung bieten, zählt zu den großen Leistungen der tibetischen Exilgemeinde im Norden Indiens. Initiiert wurde das Großprojekt 1960 von der älteren Schwester des Dalai Lama, Tsering Dölma. Nach ihren frühen Tod 1964 mit nur 45 Jahren übernahm ihre 21 Jahre jüngere Schwester Jetsun Pema die Verantwortung für die TCVs.

Die Unterstützung der Tibetan Children’s Villages ist nach wie vor eine der wichtigsten aufgaben von Shelter108 e.V. So beteiligten wir uns am Wiederaufbau der Homes No. 8, 19 und 26 im Upper TCV, dem Hauptkinderdorf im nordindischen Dharamsala. Das Haus Nr. 19 wurde beispielsweise im November 2008 abgerissen, weil es sich durch die vielen Monsunzeiten in einem sehr schlechten Zustand befand. An seiner Stelle wurde ein neues, zweistöckiges Gebäude errichtet. Es enthält drei Schlafsäle, eine Gemeinschaftsküche, moderne sanitäre Einrichtungen sowie einen großen multifunktionalen Speisesaal. Eine große Terrasse vor den Schlafsälen im 1. Stock ermöglicht den Kindern und Jugendlichen, bei entsprechender Witterung viele Aktivitäten ins Freie zu verlagern.

Im Juli 2009 konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden und kurze Zeit später zogen 29 Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren – 16 Jungen und 13 Mädchen – in ihr neues Heim ein. Das neue Gebäude ist wesentlich größer und geräumiger als das alte und verbessert die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen ganz wesentlich. Besonders gefällt ihnen die neue Küche und die große Terrasse im Obergeschoss. Da das Gebäude nun auf einem Sockel aus Bruchstein steht, ist es auch nicht mehr anfällig für Feuchtigkeit aus dem Untergrund während der monatelangen Monsunzeit.